In Frankreich durfte eine muslimische Schülerin nicht in den Unterricht, weil sie mit ihrem langen Rock angeblich ihre religiöse Zugehörigkeit demonstrativ zur Schau stellte. Bildungsministerin Najat Vallaud-Belkacem kritisiert das Vorgehen.
Frankreichs Bildungsministerin Najat Vallaud-Belkacem hat in den Streit um den Ausschluss einer muslimischen Schülerin vom Unterricht in der Region Champagne-Ardenne eingegriffen. Niemand könne wegen Tragens eines „zu langen“ Rocks suspendiert werden, sagte die sozialistische Politikerin dem Sender RTL (Donnerstag). Die Schulleitung habe aber die „notwendige Umsicht“ walten lassen. Grund für den zweifachen Ausschluss vom Unterricht seien „Bekehrungsversuche seitens der Schülerin“ gewesen. Man stehe im Gespräch mit den Eltern, so die aus Marokko stammende Ministerin.
Die 15-jährige Schülerin Sarah K. und ihre Eltern hatten sich mittels französischer Medien beklagt, sie sei von der Direktorin der Leo-Lagrange-Schule in Charleville-Mezieres wegen Tragens eines „zu langen“ Rocks gemaßregelt worden. Diese lege das gesetzliche Verbot religiöser Symbole im öffentlichen Raum von 2004 sehr streng aus.
Die Schülerin gab an, sie trage seit einem Jahr das vom Islam vorgeschriebene Kopftuch, das sie aber vor Betreten des Schulgeländes abnehme. An ihrem Rock sei aber „überhaupt nichts Religiöses“. Der Zeitung „Depeche du Midi“ zufolge verzeichnete die Anti-Islamophobie-Organisation CCIF für das vergangene Jahr 130 Fälle von Ausschluss aus höheren Schulen wegen Verstößen gegen die Kleiderordnung. (KNA)