Nach dem Brandanschlag auf die DITIB-Moschee in Weil am Rhein sitzen zwei Tatverdächtige in Haft. Nun hat die Staatsanwaltschaft Anklage erhoben.
Nach einem Brandanschlag auf eine Moschee in Weil am Rhein (Kreis Lörrach) im Frühjahr hat die Staatsanwaltschaft Karlsruhe Anklage in fünf Fällen erhoben. Den Männern im Alter zwischen 20 und 33 Jahren werden schwere Brandstiftung und Verstöße gegen das Waffen- und das Vereinsgesetz vorgeworfen, bestätigte die für Staatsschutzdelikte zuständige Anklagebehörde am Mittwoch Medienberichte.
Die Männer werden verdächtigt, den Anschlag für die verbotene türkische Arbeiterpartei PKK begangen zu haben. Ende Juli erließ ein Richter gegen zwei von sieben Tatverdächtigen einen Haftbefehl. Aktuell befinden sich beide immer noch in Untersuchungshaft. Ein Termin für die Verhandlung am Landgericht Karlsruhe steht noch nicht fest.
Der Vorsitzender der DITIB-Moscheegemeinde zeigte sich erfreut über die Festnahmen, wie die „badische Zeitung“ berichtet. Er danke dem deutschen Staat dafür, dass die Täter gefasst wurden. Zugleich äußerte er sich aber bestürzt darüber, dass Mitbürger den Brandanschlag verübt hätten. Er könne nicht verstehen, weshalb so ein Hass gegen ihn und seine Gemeinde aufgekommen sei, dass man sogar in Kauf nehme, Menschen zu verletzen oder gar zu töten.
Mehrere Brandsätze waren am 28. April gegen ein Gebäude der DITIB-Moscheegemeinde geworfen worden. Es wurden Fensterscheiben beschädigt, die Brandsätze gelangten jedoch nicht ins Innere des Gebäudes. Zu einem größeren Feuer kam es nach Angaben von Ermittlern nicht, der Sachschaden wurde von der Polizei als gering eingestuft. (dpa, iQ)