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Islamischer Religionsunterricht

Islamunterricht in Hessen – „Sechs Schulen und 144 Schüler“

Nach welchen Grundsätzen der Islamunterricht in Hessen künftig läuft, wird für die Kinder auch nach der Entscheidung von Kultusminister Lorz nicht final sicher sein.

06
11
2019
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Symbolbild: Religionsunterricht, Islamunterricht, Wahlpflichtfach, IRU
Symbolbild: Islamunterricht, Wahlpflichtfach, IRU

Die Entscheidung über den Islamunterricht in Hessen ist auf der Zielgeraden. Spätestens Anfang des kommenden Jahres will Kultusminister Alexander Lorz (CDU) der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (DITIB) mitteilen, ob die Zusammenarbeit bei dem benoteten und für die Versetzung relevanten Schulfach weitergeht. Das Alternativangebot des Landes bekommt trotz anfänglicher Skepsis und juristischer Störfeuer durch den Zentralrat der Muslime in Deutschland in der Praxis gute Noten.

Islamunterricht an sechs hessischen Schulen

Der neue Islamunterricht in Eigenregie des Landes wird derzeit in sechs Schulen in Hessen angeboten. 144 Schüler gibt es nach Angaben des Wiesbadener Kultusministeriums. Neun Lehrer sind für die Inhalte verantwortlich. Das Angebot läuft als sogenannter Schulversuch zunächst befristet bis zum Ende des laufenden Schuljahres.

Der bekenntnisorientierte islamische Religionsunterricht, der in Kooperation mit der DITIB angeboten wird, läuft von der ersten bis sechsten Jahrgangsstufe. An 56 Grundschulen sowie zwölf weiterführenden Schulen wird das benotete und versetzungsrelevante Fach unterrichtet. Die insgesamt 120 Pädagogen sind alle staatliche Lehrkräfte und unterrichten das Fach jeweils auf Deutsch.

„Die Eltern hatten vor dem Start große Bedenken, dass nun Lehrer ohne muslimischen Glauben den Unterricht leiten“, berichtet Nurdagül Ceri, die an der Ernst-Reuter-Schule II in Frankfurt als Pädagogin im Einsatz ist. „Die nicht muslimischen  Lehrer haben nicht unseren kulturellen Hintergrund und verstehen unsere Gefühle nicht“, sei in den Elternabenden oft als Sorge geäußert worden. Wie soll dann so ein Lehrer unserem Kind das Richtige im Islamunterricht beibringen.

Studierte Islamkundelehrer für Islamunterricht

Für die Kinder böten sich bei dem neuen Fach Islamunterricht deutlich mehr Möglichkeiten, über ganz persönliche Alltagsfragen und -probleme zu sprechen, erklärt die resolute und empathische Pädagogin: Darf ich meine Augenbrauen zupfen oder mich tätowieren lassen? Auf alle Fragen, was richtig und was falsch ist, könne natürlich keine Antwort gegeben werden. Es gehe vielmehr darum, den Kindern Wege aufzuzeigen, betont die Lehrerin.

Als Thema im Islamunterricht der 7. Klasse an der integrierten Gesamtschule in Frankfurt hat Nurdagül Ceri passend Freundschaft und Liebe gewählt. Was verstehen die 13-Jährigen in der Klasse unter den Begriffen, was verbinden sie damit in ihrem eigenen Leben, welche Arten von Freundschaft und Liebe gibt es, was bedeutet das für mich und meinen Glauben?

Die Assoziationen der 23 Schüler, die in kleinen Tischgruppen zusammensitzen, werden an der Tafel festgehalten, sie bekommen Arbeitsblätter und hören Lieder. Zum Ende der Stunden können die Kinder sogar versuchen, ihre Gedanken und Gefühle in einem eigenen Rap vorzutragen. Hausaufgabe für die 14 Jungen und neun Mädchen ist, sich ein eigenes Lied oder Gedicht zu dem Thema auszudenken.

Wissen über den Islam

Dieser pädagogische Ansatz spiegelt den entscheidenden Unterschied zwischen dem Angebot des Landes und dem in Kooperation mit DITIB praktizierten bekenntnisorientierten Islamunterricht wider: Während es beim bekenntnisorientierten Islamunterricht um nur reine Glaubensvermittlung geht, wird beim Unterrichtsangebot des Landes auf die Vermittlung von Wissen über den Islam geachtet.

Vermittelt werden sollen dessen Geschichte, Philosophie, die Traditionen, Kulturen, Schriften und seine unterschiedlichen Ausprägungen, erläutert Nurgül Altuntas, die als Referentin für Religionsunterrichte, Kirchen und Ethik beim Kultusministerium an den gesamten Kerncurricula für beide Unterrichtsangebote entscheidend mitgewirkt hat. Für den Schulstoff gebe es natürlich Lehrmaterial, dieser sei aber nicht als konfessioneller Religionsunterricht konzipiert und verfolge damit auch keinen definierten Grundsätzen bestimmter Religionsgemeinschaften.

Partner des Landes bleiben

Als Konsequenz aus dem schwebenden Verfahren wird der bisherige bekenntnisorientierte islamische Religionsunterricht nur noch für Schüler bis zur Jahrgangsstufe sechs angeboten. Für die Schüler der Jahrgangsstufe sieben gibt es seit dem laufenden Schuljahr das neue Fach Islamunterricht als sogenannter Schulversuch zunächst bis zum Ende des Schuljahres. Die Zahl der Schüler sei beim Wechsel in Jahrgangsstufe sieben nahezu gleich geblieben, berichtet Expertin Altuntas. Schüler ohne muslimischen Glauben gebe es in den Klassen nicht, möglich sei das aber schon.

Der Vorsitzende des hessischen DITIB-Landesverbandes, Salih Özkan, betonte unterdessen, dass der Moscheegemeinschaft  trotz der skeptischen Haltung des Kultusministeriums weiter daran interessiert sei, Partner des Landes zu bleiben. Als eine in Hessen beheimatete und etablierte Religionsgemeinschaft sei sich DITIB seiner Verantwortung gegenüber der Gesellschaft, den Schülern sowie ihren Eltern bewusst und wolle sich dieser nicht entziehen, sagt Özkan der Deutschen Presse-Agentur. Sollte sich das Land für ein Ende der Zusammenarbeit entscheiden, werde DITIB auch rechtliche Mittel dagegen prüfen. (dpa/iQ)