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Celle

15-Jähriger auf offener Straße erstochen – Angreifer schweigt

Ein 15-Jähriger fährt mit dem Fahrrad durch Celle. Doch dann greift ihn ein Mann unvermittelt an – und sticht ihn nieder. Die Polizei geht nicht von einem rassistischen Motiv aus.

09
04
2020
Straftaten, Polizei
Symbolbild: Polizei © shutterstock, bearbeitet by iQ.

Zuerst nur Lärm und Geschrei, dann kommen Polizei und Rettungswagen. Ein Jugendlicher liegt am Boden, blutüberströmt, Notärzte versuchen ihn wiederzubeleben, wie ein Anwohner in Celle schildert, der aus dem Fenster gesehen hat. Gerade ist ein 15-Jähriger erstochen worden – plötzlich, unvermittelt und nach Polizeiangaben vermutlich auch grundlos. Der Angriff sei wie aus dem Nichts gekommen, sagt eine Polizeisprecherin am Mittwoch.

Was ist passiert?

Der Junge irakischer Herkunft, der in Celle wohnt, ist nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft am Dienstagabend mit dem Fahrrad in der Nähe des Bahnhofs unterwegs, als ihn ein 29 Jahre alter Mann mit einem Messer angreift. Der 15-Jährige wird schwer verletzt, er stirbt kurze Zeit später im Krankenhaus. Ein Augenzeuge erzählt, der Täter sei auf den Jungen losgegangen, dieser sei mit dem Fahrrad noch ein paar Meter weiter gefahren und dann gestürzt. Der Polizei sagen Augenzeugen, der mutmaßliche Täter habe sich zuvor in einem Hauseingang aufgehalten.

Oberstaatsanwalt Lars Janßen sagt, Zeugen des brutalen Angriffs seien nach eigenen Angaben eingeschritten und hätten sich um das Opfer gekümmert. Den mutmaßlichen Täter hätten sie mit einer Warnbake, einem Verkehrsschild gewissermaßen, in Schach gehalten. Die Polizei nimmt ihn dann fest.

Am Mittwochabend wird Haftbefehl erlassen – wegen Verdachts des Totschlags. Der mutmaßliche Täter schweigt, auch vor dem Haftrichter. Bei seiner Festnahme habe der 29-jährige Deutsche verwirrt gewirkt.

Polizei: Anhaltspunkte für rassistisches Motiv fehlt

Konkrete Anhaltspunkte zum Motiv des Mannes, der anwaltlich vertreten wird, gibt es zunächst nicht. Die Ermittlungen liefern zunächst keine Anhaltspunkte für eine rassistischen oder politisch motivierte Tat. Es habe keinen Streit, nicht einmal eine Kommunikation zwischen beiden gegeben. Ein 15-Jähriger als Zufallsopfer?

Das müssen die Beamten klären, die Ermittlungen dauern an, wie die Polizeisprecherin sagt. Der mutmaßliche Täter hat sich noch nicht zu dem Motiv geäußert. „Es gibt bislang keine Anhaltspunkte für einen politischen Hintergrund oder eine rassistische Motivation. Wir gehen weiterhin von einer psychischen Erkrankung bei dem Mann aus“, sagte Oberstaatsanwalt Lars Janßen am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur.

Genauere Aufschlüsse soll ein psychiatrisches Gutachten über den aus Celle stammenden Beschuldigten geben. „Bei einer solchen Konstellation ist die Beauftragung eines solchen Gutachtens die normal übliche Praxis“, sagte Oberstaatsanwalt Janßen.

Leserkommentare

Ethiker sagt:
"Bei seiner Festnahme habe der 29-jährige Deutsche verwirrt gewirkt." Da bahnt sich gleich die Erklärung an, dass der Täter wohl psychisch krank sei, denn ein echter gesunder tugendhafter Deutscher, der tut sowas nicht. Ein gesunder Muslim kann das sehr wohl tun. Das ist der bedeutende Unterschied zwischen dem Guten und Bösen. Das wird auch dann wie anzunehmen war, geliefert: "Es gibt bislang keine Anhaltspunkte für einen politischen Hintergrund oder eine rassistische Motivation. Wir gehen weiterhin von einer psychischen Erkrankung bei dem Mann aus“, sagte Oberstaatsanwalt Lars Janßen" Aus diesem Grund sind die meisten Kriminalstatisttiken geformt, verzerrt und zurechtgeschnitten. Sie sagt mehr über die Datenerhebung aus, als über die echten Verhältnisse. Das trifft auf alle Sparten zu. Zudem findet keine unabhängige Überprüfung der Datenerhebung und Datenspeicherung statt. Das Monopol bleibt vorallem ausgerechnet den problematischen Stellen vorbehalten, die selbst ein Problem mit Rechtsterrorismus und rechten Gedankengut haben, sei es aus Gründer derTradition oder sei aus Gründen des Berufsethos.
09.04.20
20:56