Trotz Pandemie suchten im Jahr 2021 viele Menschen Hilfe beim hessischen Beratungsnetzwerk. Insgesamt wurden 214 Beratungsfälle dokumentiert
Betroffene von Anfeindungen, Drohungen oder rechter Hetze haben im vergangenen Jahr dutzendfach Rat bei Experten gesucht. Das „Beratungsnetzwerk Hessen – gemeinsam für Demokratie und gegen Rechtsextremismus“ registrierte 2021 insgesamt 214 Beratungsfälle, wie die Einrichtung am Montag in Marburg mitteilte. Anlass für die Beratungen waren „hauptsächlich Gewalt und Bedrohungen rassistischer und rechtsextremistischer Art“. Sie sahen aber auch einen Zusammenhang mit der Pandemie.
Auffällig sei die gestiegene Nachfrage nach Beratungen und Präventionsveranstaltungen im Kontext von Bedrohungen und Beleidigungen gegen kommunalpolitisch Verantwortliche gewesen. Zugenommen hätten auch antisemitische Hassrede, Hetze und Agitation. „Beide Anstiege waren zum Großteil begründet im zunehmenden aggressiven Auftreten verschwörungsideologischer Gruppierungen und Einzelpersonen während der Corona-Pandemie“, erläuterte das am Demokratiezentrum Hessen angesiedelte Netzwerk.
Die Experten sahen den Beratungsbedarf 2021 insgesamt „auf hohem Niveau“, bemerkten gegenüber 2020 aber einen leichten Rückgang der Anfragen. Dafür sei die Zahl der Bildungs- und Präventionsveranstaltungen gestiegen. Insgesamt suchten demnach unter anderem 97 Einzelpersonen, 26 pädagogische Fachkräfte an Schulen, 16 Verwaltungsmitarbeiter von Kommunen sowie 13 Politiker Rat.
Das Netzwerk berät Einzelpersonen, Schulen, Kommunen oder Vereinen bei Fällen von rechter Gewalt, Rassismus oder Antisemitismus und bietet Präventionsmaßnahmen an. (dpa, iQ)