In Berlin hat eine Frau ein dreijähriges Kind an einer Bushaltestelle rassistisch angegriffen. Der Staatsschutz ermittelt.
Ein dreijähriger Junge ist von einer Frau in Steglitz-Zehlendorf angegriffen und rassistisch beleidigt worden. Nach ersten Erkenntnissen der Ermittler schlug die Unbekannte dem Kind am Montagnachmittag an einer Bushaltestelle beim U-Bahnhof Dahlem-Dorf zunächst mit ihrer Handtasche unvermittelt ins Gesicht, wie die Polizei am Dienstag mitteilte.
Als die 38-jährige Mutter die Frau daraufhin ansprach, beleidigte diese die Mutter und das Kind den Angaben zufolge rassistisch und fuhr mit dem Bus davon. Der Junge wurde bei dem Angriff nicht verletzt. Den Beschreibungen zufolge soll die Frau zwischen 50 und 60 Jahre alt sein. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen.
Etwa jeden Tag kommt es nach der Statistik der Opferberatungsstelle Reachout in Berlin zu einem rassistischen Angriff oder einer Bedrohung. Die Zahlen der registrierten rassistischen Taten bewegen sich demnach seit mehreren Jahren auf einem ähnlichen Niveau, meist zwischen 300 und 400 Fällen, wie die Beratungsstelle im Mai mitteilte. Im vergangenen Jahr wurden 353 entsprechende Taten gezählt. Im Jahr 2020 waren es 357 Taten, davor 390 Fälle.
Mindestens 620 Menschen seien im vergangenen Jahr bedroht, beschimpft oder verletzt worden, sagte Sabine Seyb von Reachout. Darunter seien 51 Kinder und 44 Jugendliche gewesen. Die Dunkelziffer solcher Taten sei aber sehr groß. (dpa, iQ)