Gläubige aller Religionen müssen in der zentralchinesischen Provinz Henan künftig eine Online-Genehmigung zur Teilnahme an Gebetsveranstaltungen beantragen. Bürgerrechtsgruppen kritisieren dieses Vorhaben.
In der zentralchinesischen Provinz Henan müssen Gläubige aller Religionen künftig online die Genehmigung zur Teilnahme an Gottesdiensten, Andachten und Gebetsveranstaltungen beantragen. Die Pflicht zur Registrierung über eine App namens „Smart Religion“ gelte für Buddhisten, Christen und Muslime, berichtete der asiatische Pressedienst Ucanews (Dienstag).
Antragsteller müssten dafür persönliche Daten wie Name, Telefonnummer, Ausweisnummer, Adresse, Beruf und Geburtsdatum angeben, so der Bericht unter Berufung auf Informationen der christlichen Organisation „ChinaAid“. Die App sei von der Kommission für ethnische und religiöse Angelegenheiten der Provinz Henan entwickelt worden. Solche Maßnahmen sind laut Bürgerrechtsgruppen Teil des Systems zur Überwachung und Kontrolle von Religionen des chinesischen Regimes.
Henan ist mit knapp 100 Millionen Einwohnern eine der bevölkerungsreichsten Provinzen Chinas und hat eine der größten christlichen Bevölkerungsgruppen des kommunistischen Landes. Offiziellen Angaben zufolge sind etwa sieben Millionen Einwohner der Provinz Christen.