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Thüringen

Koalitionsvertrag in Thüringen steht – Muslime werden nur wertgeschätzt

CDU, BSW und SPD haben sich nach intensiven Verhandlungen auf einen 126 Seiten umfassenden Koalitionsvertrag geeinigt. Die Bedürfnisse der Muslime in Thüringen bleiben weitgehend unerwähnt.

22
11
2024
Koalitionsvertrag in Thüringen steht
Koalitionsvertrag in Thüringen steht © CDU Thüringen, bearbeitet by iQ.

Fast drei Monate lang haben Vertreter von CDU, BSW und SPD verhandelt, nun steht ein Koalitionsvertrag. Stimmen Parteigremien und Mitglieder zu, wird das Papier die Grundlage für eine künftige Landesregierung sein.

Der Abschnitt „Muslimisches Leben in Thüringen – Kulturelle Wertschätzung“ hebt lediglich hervor, dass Muslime das kulturelle Leben bereichern und zum Gemeinwesen beitragen. Konkrete Maßnahmen, wie etwa der Ausbau islamischen Religionsunterrichts, der Kampf gegen Islamfeindlichkeit oder die Förderung muslimischer Gemeinden, fehlen gänzlich.

Der Koalitionsvertrag von CDU, BSW und SPD greift zentrale Anliegen von Muslimen in Thüringen kaum auf. Themen wie islamischer Religionsunterricht, gezielte Maßnahmen gegen Islamfeindlichkeit oder die Förderung interreligiösen Dialogs bleiben unberücksichtigt. Statt einer klaren Strategie für die wachsende Vielfalt in der Gesellschaft bleibt es bei allgemeinen Bekundungen der „Wertschätzung“. Ein zukunftsweisendes Signal an die rund 30.000 Muslime in Thüringen sieht anders aus.

Strengere Regeln für Migraten

CDU, BSW und SPD wollen nicht weniger als einen «Richtungswechsel in der Migrationspolitik». In der rot-rot-grünen Vorgängerregierung war SPD-Chef Georg Maier als Innenminister zuletzt auch für den Bereich Migration zuständig. «Wer keinen Schutzgrund hat, über seine Identität täuscht oder sich nicht an Regeln hält, insbesondere Straftaten begeht, muss unser Land wieder verlassen», heißt es in dem neuen Brombeer-Koalitionsvertrag.

Demnach setzen sich CDU, BSW und SPD für eine Ausweitung der Liste sicherer Herkunftsstaaten ein, «insbesondere um Marokko, Algerien und Tunesien». Außerdem unterstütze man die EU-Asylreform. „Nur Personen mit Bleibeperspektive sollen in die Mitgliedstaaten gebracht werden“, steht im Vertrag, und: „Wir werden die irreguläre Einreise nach Deutschland reduzieren.“

Weitere Thüringer Sonderaufnahmeprogramme soll es nicht geben. CDU, BSW und SPD setzen zudem auf die Bezahlkarte für Geflüchtete und wollen Personen mit geringer Bleibeperspektive nicht auf die Kommunen verteilen. Die Landeserstaufnahmeeinrichtungen in Suhl und Eisenberg wollen die drei potenziellen Partner schließen und Nachfolgelösungen finden, heißt es. Außerdem wollen sie eine zentrale Landesausländerbehörde schaffen, „die Aufnahme, Anerkennung von Berufsabschlüssen, Integration und Rückführung bündelt“.

Bildung und Wirtschaft in Thüringen

CDU, BSW und SPD wollen in Kindergärten Deutschtests für Fünfjährige einführen. Bei Defiziten soll noch vor der Einschulung mit Sprachförderung gegengesteuert werden. In der Grundschule wollen die drei Parteien dann eine sogenannte Lesen-Schreiben-Rechnen-Garantie für Kinder umsetzen. Ziel ist es, dass Schülerinnen und Schüler „die notwendigen Basis- und Kernkompetenzen in den Bereichen Mathematik und Deutsch erwerben“, heißt es im Koalitionsvertrag. Der Fokus soll in der Grundschule auf dem analogen Lernen liegen. Hortgebühren sollen abgeschafft werden.

Für Kinder mit mangelnden Sprachkompetenzen und geringen Deutschkenntnissen sollen Deutschförderklassen eingerichtet werden. CDU, BSW und SPD bekennen sich zum gegliederten Schulsystem – etwa mit Gymnasium, Regelschule und Förderschule. Im Kampf gegen den Lehrermangel wollen die drei potenziellen Partner mehr Studienplätze für ein duales Lehrerstudium schaffen und die Lehrerausbildung modernisieren.

Die mögliche Brombeer-Koalition will eine „Ermöglichungskultur“ schaffen, schreiben die drei Parteien in ihrem Vertrag. Schlagworte sind Entbürokratisierung, Digitalisierung und ein „investitionsfreundliches Grundklima“. CDU, BSW und SPD wollen einen Transformations-, Technologie- und Innovationsfonds schaffen und prüfen, ob tarifgebundene Unternehmen einen Förderbonus erhalten können. Die Meisterausbildung soll kostenfrei sein. (dpa, iQ)

Leserkommentare

Marco Polo sagt:
Es sei freundlichst darauf hingewisen, daß es keine Aufgabe von Landesregierungen ist, islamisches Gedankengut, muslimische Gepflogenheiten und Koranbuch-Inhalte öffentlich zu fördern oder gar in der Gesellschaft fest zu etablieren bzw. zu verankern. Zudem steht auch keine islamische Orientalisierung der Gesellschaft an. Die Märchen aus 1001 Nacht sind jedoch jederzeit willkommen, wenn sie auch eine barbarische Rahmenhandlung aufweisen.
22.11.24
23:11
grege sagt:
Werden die Bedürfnisse anderer Religionen oder Minderheiten gesondert erwähnt? Die Nichtgewährung einer Sonderbehandlung wird von bestimmten Muslimen wieder einmal als diskriminierend gedeutet. Daher sollte man immer besondere Vorsicht, wenn Vertreter der einschlägigen Islamverbände mit Begriffen wie Rassismus oder Diskriminierung hantieren.
09.12.24
18:47
Der Wahrheit verpflichtet, einer gegen ALLE ;) sagt:
Marco Polo argumentiert, dass es nicht die Aufgabe der Landesregierungen sei, „islamisches Gedankengut, muslimische Gepflogenheiten und Koranbuch-Inhalte öffentlich zu fördern oder gar in der Gesellschaft fest zu etablieren“. Diese Argumentation blendet jedoch die Tatsache aus, dass viele westliche Gesellschaften auf der Grundlage von Pluralismus und Meinungsfreiheit beruhen, welche auch das Recht auf religiöse und kulturelle Ausdrucksformen umfassen. Die Förderung eines pluralistischen und inklusiven Gesellschaftsmodells bedeutet nicht die „Förderung“ eines bestimmten Gedankenguts, sondern die Anerkennung und der Schutz der Vielfalt, die für das demokratische Miteinander von entscheidender Bedeutung ist. Wissenschaftlich gesehen belegen zahlreiche Studien, dass der Umgang mit religiöser Vielfalt in modernen Gesellschaften einen integrativen Ansatz erfordert. Laut der „Forschung zu Religionsfreiheit und Religionspluralismus“ (z.B. von der Universität für Religionswissenschaften in Frankfurt) fördern Gesellschaften, die religiöse Identität respektieren, den sozialen Zusammenhalt und die Integration von Minderheiten, während eine Politik der Ausgrenzung zu Spaltung und Konflikten führen kann. Zudem ist der Begriff der „islamischen Orientalisierung“ in diesem Kontext problematisch, da er häufig in einem negativen, vereinfachten Rahmen verwendet wird, der die Vielfalt und Komplexität des Islams nicht berücksichtigt. Der Islam ist eine der größten Religionen weltweit und eine integrale Größe in der globalen Gesellschaft, deren Einfluss auf Kultur, Kunst, Wissenschaft und Philosophie nicht isoliert, sondern als Teil einer multikulturellen Weltgeschichte verstanden werden sollte.
16.12.24
17:38
Der Wahrheit verpflichtet, einer gegen ALLE ;) sagt:
Grege äußert sich zur besonderen Berücksichtigung der Bedürfnisse von Muslimen und anderen religiösen Minderheiten, indem er die Wahrnehmung von Diskriminierung in Frage stellt. Die wissenschaftliche Literatur zeigt jedoch, dass die Wahrnehmung von Diskriminierung in vielen Fällen gerechtfertigt ist und auf tatsächlichen Erfahrungen von Ausgrenzung basiert. Laut einer Untersuchung des Deutschen Instituts für Menschenrechte (2020) gibt es in Deutschland nach wie vor signifikante Herausforderungen in Bezug auf die Gleichbehandlung von Muslimen. Studien belegen, dass Muslime in vielen gesellschaftlichen Bereichen, insbesondere im Bildungswesen und auf dem Arbeitsmarkt, immer noch mit Vorurteilen und Diskriminierung konfrontiert sind. Ein zentraler Aspekt der Sozialwissenschaften, insbesondere der Migrations- und Integrationsforschung, ist die Unterscheidung zwischen einer gerechten Gleichbehandlung und der Notwendigkeit, spezifische Bedürfnisse von Minderheiten zu berücksichtigen. Diskriminierung oder Rassismus ist nicht nur eine subjektive Wahrnehmung, sondern eine objektive Realität, die durch systematische Ungleichbehandlung auf individueller und institutioneller Ebene manifestiert wird. Der Begriff „Sonderbehandlung“ wird häufig missverstanden. In einer diversen Gesellschaft ist es eine grundlegende Herausforderung, spezifische Bedürfnisse von Minderheiten zu berücksichtigen, ohne dass dies als unfaire Bevorzugung wahrgenommen wird. Politische Wissenschaftler wie Will Kymlicka (Multicultural Citizenship, 1995) argumentieren, dass kulturelle und religiöse Rechte, die Minderheiten zugestanden werden, nicht als Sonderrechte, sondern als notwendig für eine faire Teilhabe an der Gesellschaft verstanden werden sollten. Zusammengefasst lässt sich sagen, dass die Beiträge von Marco Polo und Grege sowohl die Herausforderungen von Pluralismus und Diversität missverstehen als auch die Notwendigkeit vernachlässigen, religiöse und kulturelle Unterschiede in einer offenen und demokratischen Gesellschaft zu respektieren und zu fördern. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass Integrationsprozesse, die auf Inklusion und Anerkennung der Vielfalt basieren, zu einer stärkeren und stabileren Gesellschaft führen.
16.12.24
17:39
grege sagt:
Fernab vom wissenschatlichen Elfenbeinturm zeigt die Realität, dass Migranten aus diversen Kulturen udn Weltgegenden sich dauerhaft und freiwillig in diesem Land niedergelassen haben, darunter auch viele Muslime, denen Deutschland als Folge von Kriegen im Nahen Osten und auf dem Balkan zu hundertausenden freiwillig, großzügig und unbürokratisch Hilfe geleistet. Diese Menschen hätten dies Land kaum aufgesucht, wenn Diskriminierung in einem derart dramatischen Ausmaß grassieren würden, wie von meinem Vorrdner skizziert. Schon alleine die Tatsache von massenhafter Einwänderung muslimischer Migranten in Verbindung mit marginaler Rückkehr führt die Aussagen von islamiq.de und meinem Vorredner ad adsurdum
15.01.25
21:15