









Eine Untersuchung zeigt: Seit 2015 wurden mindestens 33 Moscheen in Frankreich durch Brandanschläge angegriffen, die meisten im Ramadan. Aktuell nehmen die Angriffe auf Muslime wieder zu – doch die Reaktionen bleiben aus.
Eine Untersuchung der französischen Zeitschrift Politis zeigt, dass seit 2015 mindestens 33 Moscheen Ziel von Brandanschlägen oder Brandstiftungsversuchen wurden. Dabei ist das Jahr 2024 das gewalttätigste seit 2015, mit insgesamt sechs bestätigten Brandanschlägen.
Besonders besorgniserregend ist, dass acht dieser Angriffe im heiligen Monat Ramadan stattfanden. Islamfeindlichkeit ist dabei nicht auf urbane Zentren beschränkt – sowohl Großstädte wie Amiens, Metz und Nantes als auch kleine Dörfer wie Pargny-sur-Saulx und Lédignan sind betroffen.
Die politischen und medialen Reaktionen auf diese Angriffe bleiben weitgehend aus. Während islamfeindliche Rhetorik mit dem Erstarken rechtsextremer Parteien zunehmend normalisiert wird, fehlt es an entschlossenen politischen Maßnahmen. Viele Brandanschläge wurden in der Vergangenheit durch vorausgehende Drohungen angekündigt, dennoch blieben präventive Maßnahmen aus.
Ein Beispiel ist die Jargeau-Moschee, die im Februar 2025 vollständig niederbrannte. Bereits zwei Wochen zuvor waren islamfeindliche Drohungen an der Moschee festgestellt worden. Dennoch blieb eine offizielle Reaktion aus. Innenminister Retailleau äußerte sich lediglich über soziale Medien zu dem Vorfall. Islamfeindliche Gewalt bleibt somit nicht nur weitgehend unbeachtet, sondern die Täter bleiben in vielen Fällen straffrei.
Menschenrechtsaktivisten kritisieren, dass die Medien kaum über diese Vorfälle berichten und islamfeindliche Gewalt systematisch verharmlost wird. Während Frankreich sich weiterhin mit wachsendem Rassismus und Fremdenfeindlichkeit auseinandersetzen muss, bleibt der Kampf gegen Islamophobie eine große Herausforderung.
Seit dem 7. Oktober 2023 hat sich die Anzahl der Angriffe auf Muslime und islamische Einrichtungen deutlich erhöht. Drohungen, körperliche und verbale Angriffe sowie Brandanschläge auf Moscheen sind in den letzten Monaten vermehrt vorgekommen. Innenminister Bruno Retailleau berichtete auf dem Forum Islam de France (FORIF) im Februar 2024, dass 173 islamfeindliche Vorfälle erfasst wurden. Dies stellt zwar einen Rückgang von 29 Prozent im Vergleich zu 2023 dar, doch Retailleau betonte, dass viele Fälle nicht gemeldet werden, sodass die Dunkelziffer erheblich höher sein könnte.