









In einer Bibliothek in Kanada wurde eine Muslimin von einer Frau attackiert. Dabei versuchte sie, ihr Kopftuch anzuzünden. Der Vorfall sorgt für Entsetzen.
In einer Bibliothek im kanadischen Bundesstaat Ontario wurde eine muslimische Frau Opfer eines rassistisch motivierten Angriffs. Eine 25-jährige Täterin soll versucht haben, ihr das Kopftuch zu entreißen und es in Brand zu setzen. Die Polizei von Durham nahm umgehend Ermittlungen auf.
Der Vorfall ereignete sich am Samstagmittag in der Ajax Public Library, etwa 80 Kilometer östlich von Toronto. Laut einer Mitteilung der Polizei befand sich die muslimische Frau zum Lernen in der Bibliothek, als sie plötzlich von einer unbekannten Frau beschimpft und mit Gegenständen beworfen wurde. Anschließend soll die Angreiferin eine unbekannte Flüssigkeit auf ihr Kopftuch geschüttet haben, bevor sie versuchte, es mit einem Feuerzeug anzuzünden.
Die Betroffene rief um Hilfe, woraufhin das Sicherheitspersonal eingriff. Die Täterin floh zunächst, konnte jedoch wenige Stunden später festgenommen werden. Gegen sie wurden Anklagen wegen Angriffs mit einer Waffe sowie Verstöße gegen Bewährungsauflagen erhoben. Sie bleibt in Gewahrsam und soll dem Gericht vorgeführt werden. Ob sie bereits rechtlichen Beistand hat, ist unklar.
Die Behörden prüfen, ob der Angriff als Hassverbrechen gewertet wird. Eine Entscheidung hierzu wird in Absprache mit der Staatsanwaltschaft getroffen.
Bei einer Pressekonferenz am Montag wurde eine schriftliche Erklärung der betroffenen Frau verlesen: „Ich hätte nie gedacht, dass ein Besuch in meiner Lieblingsbibliothek zu einem der furchteinflößendsten Momente meines Lebens wird.“ Sie berichtete, dass sie die Pöbeleien zunächst ignorierte, doch die Situation eskalierte rasch. „Ich kann nicht aufhören, daran zu denken: Was, wenn das Feuerzeug funktioniert hätte? Was, wenn mein Hijab Feuer gefangen hätte?“
Sie äußerte zudem Sorgen um die Sicherheit ihrer Töchter, die ebenfalls Kopftuch tragen: „Ich fürchte, dass ihnen das Gleiche widerfahren könnte. Das erschüttert mein Vertrauen in die Sicherheit öffentlicher Räume.“
Der Angriff hat in Kanada eine erneute Debatte über Islamfeindlichkeit ausgelöst. Omar Khamissa vom National Council of Canadian Muslims betonte, dass Kanada unter den G7-Staaten die höchste Zahl islamfeindlicher Gewalttaten mit Todesfolge in den letzten sieben Jahren verzeichnete. „Was am Samstag passiert ist, hätte diese Zahl leicht erhöhen können“, sagte Khamissa und forderte die Politik auf, klare Maßnahmen gegen Islamophobie vorzulegen.
Auch Premierminister Mark Carney äußerte sich auf der Plattform X zu dem Vorfall: „Islamophobie ist real, sie ist gefährlich und sie muss aufhören.“ Jagmeet Singh, Vorsitzender der Neuen Demokratischen Partei, bezeichnete den Angriff als „erschreckend“ und warnte vor den Folgen hasserfüllter Rhetorik in Kanada.